LEIPZIG ZWISCHEN GLÜHWEINDUFT UND SHOPPING-CHAOS

Marie-Louise Schenk

Marie-Louise Schenk | 03.12.2014

Alle Jahre wieder sorgt die schönste Zeit des Jahres auch in Leipzig wieder dafür, dass die Stadt in weihnachtlichem Glanz auftritt. Besonders beliebt bei den Touristen, aber auch den Einheimischen, ist der Leipziger Weihnachtsmarkt. Mit seiner langen Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert reicht, begeistert er jedes Jahr Millionen von Besuchern aller Altersgruppen.

2013 wurde mit rund 2,5 Mio. Besuchern und damit 500.000 mehr als 2012, ein weiteres Rekordhoch erreicht. Und auch der Verkauf von Glühwein verzeichnete im vergangenen Jahr unglaubliche 68.000 Liter. Besonders beliebt ist dieser vor allem in den begehrten Glühweintassen, die traditionell mit dem aktuellen Jahresaufdruck produziert werden.

Mit etwa 270 Ständen jährlich (Stand 2013) bietet der Leipziger Weihnachtsmarkt ein riesiges Angebot an kulturellen und kulinarischen Besonderheiten. Von der Holzkunst aus dem Erzgebirge über das legendäre Dresdner Handbrot bis zum Finnischen Flammlachs. Aber auch die süßen Weihnachtsleckereien und Glühwein in allen Geschmacksvariationen verführen regelmäßig alle Sinne. Nicht umsonst genießt der Leipziger Weihnachtsmarkt den weitverbreiteten Ruf, einer der schönsten und größten Weihnachtsmärkte Deutschlands zu sein. Selbst im Internet ist er auf Platz 2 der am häufigsten gegoogelten Weihnachtsmärkte nach dem Nürnberger Christkindlesmarkt.

Doch was den einen schon ab Ende November in Weihnachtszauber versetzt, stößt manch anderem dagegen bitter auf. Wer sich um die Weihnachtszeit in die Innenstadt begibt, muss sich oft in Geduld üben. Überfüllte Straßen und Gassen, drängelnde Leute, ja sogar besetzte Parkhäuser und volle Straßenbahnen in den Abendstunden und am Wochenende können die besinnliche Stimmung hin und wieder trüben.

Wen das alles nicht stört, der hat vor allem in der Vorweihnachtszeit in Leipzigs Innenstadt die Chance, sich dem weihnachtlichen Shopping-Trubel hinzugeben. Denn obwohl der Trend des Online-Einkaufs stetig steigt, ergab eine Studie der Axel Springer Marktforschung im Jahr 2013, dass mit ca. 37 % immer noch der direkte Kauf im Geschäft bevorzugt wird (Online-Bestellung und Lieferung: 27 %). Beachtet man dazu die gestiegenen durchschnittlichen Ausgaben für Weihnachtsgeschenke, dürfte dies Werbe- und Gewerbetreibende auf jeden Fall freuen.

Ob man Weihnachten nun mag oder nicht – spätestens unter dem hübsch geschmückten Tannenbaum, mit der Familie und dem passenden Geschenk in der Hand dürfte auch der letzte nervige Drängler vom Weihnachtsmarkt vergessen sein.

In diesem Sinne eine entspannte Vorweihnachtszeit!


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